Rückblick

Gregorianik-Workshop

Bei der Umnutzung der ehem. Abteigebäude zum KSI war der Verein der Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V. von Anfang engagiert, griff Fragen auf, wies auf Probleme hin und wurde als Partner vom Erzbistum in die Arbeiten eingebunden. Da war es nur natürlich, dass der Verein auch am großen Eröffnungstag, am "Tag der offenen Tür", den 7.5., ein Highlight zur Benediktinischen Geschichte einbringen wollte. Durch die Arbeit am Chorgestühl stieß die Vorsitzende des Vereins, Dr. KoB, auf die Anno-Hymnen, eine fast vergessene musikalische Quelle zur Heiligenlegende unsers Abtei- und Stadtgründers, des Erzbischofs Anno, Kompositionen aus der Spätzeit der Gregorianik.

Diese Hymnen wurden in der fünf Klostergründungen von den Mönchen an Festtagen zur Ehre des hl. Annos gesungen, sie wurden aber auch von ihnen in andere Klöster gebracht und dort vorgetragen, um nach der Heiligsprechung Annos 1183, diese bekannt und für Wallfahrten attraktiv zu machen. Einen ganz kleinen, kurzen Liedteil daraus sangen unsere Benediktiner jeden Freitag zum Abschluss ihres Chorgebetes, wenn sie in Prozession durch die Kirche zum Schrein des hl. Anno zogen.

An der Gregorianik, aber auch am Singen selbst (Vorsitzende) wurde im Vorstand das Projekt beschlossen, einen ausgewiesenen Gregorianiker mit dem Zusammentragen der verstreut in Archiven überlieferten Noten und der Umarbeitung zu einer heute singbaren Notation zu beauftragen. Dr. Dirk van Betteray übernahm diese Aufgabe und wurde damit zugleich zum Leiter eines Projektchors, der am vergangenen Wochenende im noch nicht eröffneten KSI sich auf die singbaren Spuren des hl. Anno begab. Viel Musikgeschichte zur Gregorianik, viel Heiligenlegende zum Anno - alles stand auf dem Arbeitsplan, getreu dem Motto: Man singt nur gut, was man auch inhaltlich begreift. Und so standen unter den lateinischenTtexten auch die Übersetzungen; denn natürlich werden die Hymnen in Latein gesungen werden.

Und damit sind wir beim vorvorletzten Kapitel: Am Eröffnungstag um 16.00 Uhr in der Abteikirche erklingen die jahrhundertelang nicht zu Gehör gebrachten Jubellieder wieder zu Ehren Annos, eingebettet in Text aus der Lebensgeschichte des Heiligen. Es wird ein großer Bogen von Geburt über den Tod bis zur Heiligsprechung geschlagen werden. Die gut 60 Sängeinnen und Sänger werden dabei nicht nur statisch im Chrorraum stehen, sondern in verschiedenen Prozessionszügen durch die Kirche ziehen und die Zuhörerschar so in ein Klangkaleidoskop gregorianischer Gesänge einhüllen und in zurückliegende Zeiten mitzunehmen. Natürlich gibt es für die Nichtlateiner auch ein Textheft...

7. Mai, 16.00 Uhr Abteikirche: In Festo Sancti Annonis tibi cantemus. Musik zu Ehren des hl. Anno unter der Leitung Dr. Dirk van Betteray und dem Vokalensemble A CAPELLA, Köln, den Bergischen Scholaren und den Teilnehmern des Gregorianikworkshops, Rezitation Ulrich E. Hein.

Und das vorletzte Kapitel wird die Wiederholung des Konzertes am Hochfest des hl. Anno, am 5. Dezember 2017 in der Servatiuskirche sein und das allerletzte dann eine Buch mit der KonzertCD, wo die spannende Geschichte des Gesänge nachzulesen sind.