Gregorianik-Konzert zur Eröffnung des KSI

07.05.2017  Voll war es am Sonntag auf dem Berg anlässlich der Eröffnung des KSI überall, aber an einem Ort um 15.50 Uhr hieß es sogar: „Überfüllt! Kein weiterer Zutritt“.

Es war die Abteikirche, die die Besuchermassen für das Konzert „In Festo Sancti Annonis tibi cantemus – Musik zu Ehren des hl. Anno“ nicht mehr fassen konnte. Die letzten Sitzplätze waren bereits gegen halb vier besetzt gewesen, nun stand und drängelte man sich in den Seitenschiffen und im Hauptgang, bis die Sicherheitskräfte ihr STOPP verkündeten und auch durchsetzten.

Der Verein der Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V. hatte schon Monate zuvor zu einem Gregorianik-Workshop öffentlich per Flyer und im Internet interessierte Sängerinnen und Sänger eingeladen, man hatte bereits ein Studien- und Probenwochenende im noch nicht eröffneten KSI unter dem Chorleiter Dr. Dirk van Betteray verbracht und bot nun, in Unterstützung mit dem Vokalensemble A CAPELLA und den Bergischen Scholaren, das Erarbeitete  zum Gehör.

Mit gregorianischen Gesängen, Hymnen, die zu Ehren der Heiligsprechung Anno komponiert worden waren (1183)  und Lesungen aus der Anno-Vita, vorgetragen durch den Rezitator Ulrich E. Hein, wurde in der am 26. Sept. 1066 durch Erzbischof Anno geweihten Abteikirche, sein Leben aufgeblättert – von seinem Elternhaus, über seine Ausbildung bis hin zu seinem Wirken als Erzbischof, zu seiner Beerdigung in der Grabeskirche auf dem Siegberg, wo er das Kloster St. Michael gründete – dem Ort, der nun wegen Überfüllung geschlossen war.

Andächtig lauschte die große Zuhörerschar, für die Sängerinnen und Sänger aber, die bei vielen Gesängen in Prozessionen durch die Kirche zogen, war es zum konzentrierten Schreiten und Singen zugleich noch ein Hindernislauf im Hindurchschlängeln – doch alles gelang und ein harmonisches Wort-Klangbild erfüllte den Raum. Und zum Schluss, als die „Siegburger Nationalhymne“ EIN HAUS VOLL GLORIE SCHAUET, auch komponiert von einem Siegburger, brausend erklang, sangen alle mit – und manch ein Auge wurde feucht

Langanhaltender Applaus belohnte die Mitwirkenden, aber auch die besondere Leistung des Chorleiters Dr. Dirk van Betteray, aus so vielen sonst nicht zusammen singenden Menschen ein harmonisches Ganzes in so ausgezeichneter Qualität in so kurzer Zeit zu schmieden.

Die Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V. sind sich sicher: Das war ein besonderes Geschenk an unseren Stadtpatron, den hl. Anno und ein herzlicher Willkommensgruß an nunmehr „unser“ KSI auf dem Michaelsberg.

Und alle, die keinen Platz mehr in der Kirche fanden: Am 5. Dezember 2017, am Hochfest des hl. Anno, wird das Konzert in St. Servatius wiederholt werden.