Rückblick: Indisches Erntedankfest auf dem Michaelsberg

Pater Rockson mit der bunten Farbenpracht für den Blütenteppich.
Pater Rockson mit der bunten Farbenpracht für den Blütenteppich.

18.09.2017 ❘ Blumen-Klau? Nein, Vorbereitung für das Erntedankfest des Karmels Michaelsberg. Am gestrigen Sonntag feierte die indische Gemeinde aus Köln, die von P. Rockson betreut wird, mit den Patres und dem Freundeskreis des Karmels zusammen mit dem Verein der Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V. ihr indisches Erntedankfest.

Wie jedes große Fest muss so etwas vorbereitet werden. Und während in Köln die Kochtöpfe dampften – davon gibt es leider keine Bilder – ging P. Rockson ans Blumeneinsammeln. Wen wundert es, dass er in einem Garten in Braschoß landete und dort mit einem gut gefüllten Klappkorb wieder als echter Blumenkavalier abzog.

Warum war denn nun P. Rockson auf Blumenlese?

Zum indischen Erntedankfest gehört es, einen Blumenteppich, gruppiert um einen 5-flammigen indischen Leuchter herum, zu gestalten. Zur Kölner indischen Gemeinde gehören auch viele Ordensschwestern, die in verschiedenen caritativen Bereichen tätig sind. Sie waren schon mittags da und freuten sich, ein buntes heimatliches Bild zu gestalten. Zuerst hieß es: Blumenköpfe ströppen. Dahlien, Rosen alles wurde von den Köpfen gezupft und fein säuberlich sortiert.

Dann ging es los: auf Zeitungspapier um einen 5-flammigen indischen Leuchter wurde feuchter Sand ausgestreut, in dem das Muster aufgezeichnet wurde. Die Felder wurden dann liebevoll ganz dicht mit den vorhandenen Blütenblättern und den Tannennadeln und Früchten gefüllt: Rosen-, Dahlien- und Chrysanthemenblättern, Lampignonblumen und Berberitzen. – Und natürlich wurde die Flaggenfarben Indiens – Grün / weiß / orange – umgesetzt. Ein heimatliches Fest in heimatlichen Farben, das sich fröhlich fortsetzte.


Die Messe zelebrierte der Ehrengast, Dr. Augustine Mulloor OCD, der neugewählte indische Provinzial unserer Karmeliten. Für die wenigen deutschen Gäste ein überaus kontemplatives Erlebnis; denn bis auf das Credo und zwei Fürbitten feierte die Gemeinde in der eigenen Muttersprache Malayalam. Da hieß es lauschen, nichts verstehen, aber vielleicht dem Gedanken nachzuhängen, wie das mit einem Treffen des hl. Benedikt und der hl. Teresa von Avila wohl wäre … Aber sicherlich auch mit viel Freude der popp-rockigen Gesängen zuzuhören, die drei Schwestern flott zu Keyboardbegleitung von P. Pater Shaji Antony Panakal (Hausgeistlicher des Katholisch-Sozialen Institutes (KSI)), sangen.
 
Schön auch die ganz andere Art in der Gabendarbringung als bei unserem heimischen Erntedankfest, wo die Früchte den Altarraum zieren. Hier wurden sie von Inderinnen im Sari gekleidet, elegant auf Silbertellern dargebracht und vor dem Altar niedergestellt.
 
Und zum Abschluss hieß es: Alle hinaufkommen auf die Stufen des Altars – zusammenrücken, BITTE! – denn es sollte ein Gruppenbild entstehen. Mit viel Gelächter wurde der Plan umgesetzt, bevor es dann weiter zum Entedankfest mit Tanz in das Foyer des Karmels ging.


Wie bei jedem großen Fest wurde zum Abschluss zum Essen eingeladen. In Kerala, der südindischen Provinz aus der unsere Karmeliten, aber auch die meisten der Gemeindemitglieder aus Köln, stammen, feiern ALLE Religionen dieses Erntedankfest zusammen. Um auch gemeinsam essen zu können, gibt es traditionell nur vegetarische Kost; denn erst bei Fisch und Fleisch unterscheiden sich die Speisevorschriften.

Auf dem Berg ging es ganz „indisch“ weiter, auch wenn das Bananenblatt als Tellerersatz aus Kunststoff war. „Besteck? Nein, wir essen mit der rechten Hand.“ Die wenigen deutschen Gäste erhielten auch praktische Anleitung, dass nicht Bröckchen für Bröckchen spitzfingrig aufgegriffen wird, sondern die leckeren Dipps mit dem Reis zusammengeknetet und dann als Ball in den Mund zu befördern sind. Jede/r von uns probierte, aber was „Hänschen nicht gelernt hat“ ... Jedenfalls kamen wir erst zum vollen Genuss, als uns nachsichtig-liebevoll Löffel gereicht wurden – mmmhhh lecker! Mit dem Löffel wurde nun  Scharfes und Mildes mit Reis vermischt und fand – europäisch – den Weg zum Mund.

Zum Abschluss wurden die „Bananenblätter zusammengeklappt, schon war der Tisch aufgeräumt und das Fest war vorbei!