Der Zweite Weltkrieg

Unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm Abt Ildefons mit dem Wehrkreiskommando Verhandlungen auf, um die Abteigebäude wiederum, wie im Ersten Weltkrieg, zu einer Nutzung als Lazarett anzubieten. Dadurch hoffte man auch, einer drohenden Aufhebung der Abtei entgegenwirken zu können.

Auch im Zweiten Weltkrieg diente die Abtei als Lazarett.
Auch im Zweiten Weltkrieg diente die Abtei als Lazarett.

Im Juni 1940 wurde das Lazarett eröffnet. Bis auf den Ostflügel, wo die Mitglieder des Konvents wohnten, waren alle übrigen Gebäudeteile mit medizinischen bzw. pflegerischen Abteilungen belegt. Zudem stellten sich alle nicht durch andere Tätigkeiten gebundenen Konventsmitglieder als Pflegepersonal zur Verfügung.

Obgleich Abt Ildefons sechs Jahre lang gut taktiert und die Abtei geschickt durch die NS-Zeit gelenkt hatte, konnte er ihre Auflösung doch nicht endgültig verhindern. Am 6. Mai 1941, schlug die Gestapo zu und löste die Abtei wegen angeblicher Reichsfeindlichkeit auf. Alle Konventsmitglieder wurden der Abtei verwiesen.

Die Abtei versinkt im Bombenhagel

Die durch Bombenangriffe stark zerstörte Abteikirche.
Die durch Bombenangriffe stark zerstörte Abteikirche.

Vom 28. Dezember 1944 bis zum 6. März 1945 wurde die Abtei samt Kirche in eine Ruinenlandschaft verwandelt. Die wichtigsten Daten in Zusammenfassung und nur auf die Abtei bezogen:

Am 28. Dezember 1944, mittags um kurz nach 13.00 Uhr, Großangriff mit über 100 Maschinen, Abwurf von ca. 360 Fünf- und Zehnzentner-Sprengbomben, ca. 150 Phosphorbomben und etwa 1.000 Stabbrandbomben, die Abteigebäude werden schwer beschädigt.

10. Februar 1945: Abwurf von 21 Sprengbomben, weitere Beschädigungen auf dem Michaelsberg.

Am 6. März 1945 drei Angriffswellen: erster Bombenteppich gegen 3.30 Uhr ohne Angaben der Bombetonnagen, kurz darauf ein zweiter, gegen 16.00 Uhr ein dritter Abwurf mit über 600 Sprengbomben, 300 Phosphorbomben und 2.000 Stabbrandbomben.

Das Langhaus der Abteikirche wird völlig zerstört. Über die Ruinen in der Stadt auf den Berg blickend, grüßte das altvertraute Bild von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs gezeichnet mit schwersten Wunden.

Die Abtei mit dem zerstörten Schiff der Kirche.
Die Abtei mit dem zerstörten Schiff der Kirche.

Kriegsende und Rückkehr

Abt Ildefons auf der Baustelle der Abtei.
Abt Ildefons auf der Baustelle der Abtei.

Unmittelbar nach Kriegsende kehrte Abt Ildefons in „seine“ Abtei zurück und stand vor einem Trümmerhaufen.

„In spe fortitudo nostra“ – In der Hoffnung liegt unsere Stärke! In dieser Stunde traf Abt Ildefons seine Entscheidung ganz im Sinne des abteilichen Wahlspruches.

Er begann mit seinen Mitbrüdern den Wiederaufbau und wurde als „Abt mit der Schüppe in der Hand“ zum Symbol des Aufbauwillens nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs. Aber es wurde nicht nur gebetet und gearbeitet, sondern auch gefeiert.

Im Juli 1947 beging der Konvent zusammen mit der ganzen Stadt in der noch völlig zerstörten Abteikirche das erste große Fest der Nachkriegszeit, den 1 400. Todestag des hl. Benedikts.

Messe zum 1400. Todestag des hl. Benedikts.
Messe zum 1400. Todestag des hl. Benedikts.