Die Schreine

Der Annoschrein

Der Annoschrein ist der älteste und kostbarste Schrein unseres Schatzes. Er misst eine Länge von 157 cm, eine Breite von 46 cm und eine Höhe von 78 cm und wurde zur Heiligsprechung Annos, die am 29. April 1183 erfolgte, angefertigt. Der Annoschrein steht seit 1955 in einer Kapelle der Abteikirche auf dem Michaelsberg. Ursprünglich befand er sich im Mittelschiff über der von Anno selbst bestimmten Grablage, aus der seine Gebeine 1183 erhoben worden waren.

Der Schrein hat die typische Hausform. Obwohl fast der gesamte figürliche Schmuck seit der Säkularisation verloren und praktisch nur noch der Rahmen vorhanden ist, konnte man dennoch anfangen Forschungen am Schrein zu betreiben. Hilfreich waren dabei zwei in der Propstei von Belecke des ehemaligen Klosters Grafschaft im Sauerland erhaltene Ölgemälde von 1764, sowie Zeichnungen, die den Schrein in seinem ursprünglichen Aussehen von seinen sogenannten Siegburger und Kölner Seiten zeigen, einschließlich der Stirnseiten.

Der Mauritius- und Innocentiusschrein

Der Mauritius- und Innocentiusschrein wurde etwa 1185 in Köln angefertigt und misst eine Länge von 148 cm, eine Breite von 51 cm und eine Höhe von 74 cm. Er ist in allem etwas schlichter als der Annoschrein, aber dennoch an sein Vorbild angelehnt. Dafür sind an ihm vor allem die wunderbaren Emailplättchen zu bewundern. Bei seiner Herstellung wurden wohl auch Teile eines älteren, dem 11. Jahrhundert entstammenden, Reliquiars mit verwendet.

Der Benignusschrein

Der Benignusschrein ist etwas kleiner und zierlicher als der Annoschrein. Seine Emails, wie auch die übrigen Arbeiten, sind allerdings nicht von gleicher Qualität. Der Schrein misst eine Länge von 102 cm, eine Breite von 41 cm und eine Höhe von 61 cm. Man ließ um 1190 ein neues Reliquiar für diesen angeblich im 3. Jh. unter Kaiser Aurelian in Dijon getöteten Märtyrer anfertigen. Dieser Schrein ist in enger Anlehnung an den Annoschrein entstanden. Leider ist auch hier der Figurenschmuck verloren gegangen.

Der Honoratusschrein

Der Honoratusschrein (fälschlicherweise oft als Honoratiusschrein bezeichnet), der insgesamt sieben Reliquien-Behältnisse enthält wurde Anfang des 13. Jahrhunderts (möglicherweise in Siegburg) hergestellt und misst eine Länge von 61 cm, eine Breite von 30 cm und eine Höhe von 53 cm. Als Schmuck kennt er nur Treibarbeiten und Gravuren. Sein Dach ist durch Quergiebel aufgelockert. Auf der Dachfläche ist die Heilsgeschichte in vier Bildern dargestellt: Verkündigung, Geburt, Kreuzigung und Auferstehung. Von den zwölf Apostelfiguren sind fünf erhalten geblieben.

Der Apollinarisschrein

Der Apollinarisschrein ist (abgesehen vom Annoschrein) der größte und jüngste Schrein unseres Schatzes. Er misst eine Länge von 148 cm, eine Breite von 43 cm und eine Höhe von 77 cm. Er wurde im Auftrag des Siegburger Abtes Wilhelm Spies von Büllesheim 1446 durch den Kölner Goldschmied Hermann von Aldendorp hergestellt. Auch er ist seines ganzen Figurenschmuckes beraubt wurden. Nur noch die spätgotischen Architekturformen - und als Schmuck auf dem Dach wechselnd der Doppeladler mit der Lilie - sind vorhanden. Ihn findet man im Hochaltar der Servatiuskirche, dort, wo früher einmal der Annoschrein seinen Platz fand.