Die Tragaltäre

Neben den verschiedenen Reliquienbehältnissen besitzt die Siegburger Schatzkammer auch zwei rheinische Tragaltäre, die von den Geistlichen des Mittelalters auf ihre Reisen mitgenommen wurden, um bei der täglichen Messfeier benutzt zu werden. Sie sind mit einer geweihten Steinplatte für Kelch und Hostie versehen sowie mit einem Reliquienrepositorium.

Der Mauritius-Tragaltar ist um 1160 in Köln entstanden. Der Altar hat seinen Namen von einem auf der Unterseite aufgenagelten Pergamentzettel, dessen Aufschrift in gotischen Buchstaben das Patrozinium des Altars bekundigt. Eine umlaufende Inschrift auf der in Braunfirnis gearbeiteten Bodenplatte verzeichnet zudem alle 68 in dem Altar verwahrten Kleinreliquien.

Der Gregorius-Tragaltar wurde um 1140, ebenfalls in Köln, angefertigt. Auch dieser Altar hat seinen Namen von einem auf der Unterseite angehefteten Pergament.

Beide Altäre sind rundum mit Emailarbeiten geschmückt. An den Wänden befinden sich Gestalten aus dem Alten Testament; an der Deckplatte, beide sehr verschieden, sind Szenen aus dem Neuen Bund dargestellt. Typisch für beide Altäre ist es, dass sie auf vier Drachenfüßen stehen.